Eiswasser für den guten Zweck

Durch die sozialen Netzwerke des Internets geistern momentan zwei Trends, denen sich kaum jemand entziehen kann: die Cold-Water- und die Ice-Bucket-Challenge.

Cold-Water-Challenge bei der Bruderschaft

Erftstadt (pk). Haben Sie die Herausforderung schon angenommen? Und haben Sie schon jemanden nominiert? Es braucht momentan nicht viel, um sprichwörtlich auf der Trend-Welle in sozialen Netzwerken mit zu schwimmen: Wer bei der Ice-Bucket-Challenge im Internet mitmachen möchte, braucht nicht mehr als einen Eimer mit Eiswasser und ein wenig Mumm, um sich das kühle Nass über den Kopf zu schütten. Wer sich dieser Mutprobe entzieht, muss für einen guten Zweck spenden. Inzwischen spenden aber auch viele Teilnehmer, die sich der Herausforderung nicht entziehen. Ursprünglich sollte so auf die unheilbare Nervenkrankheit ALS aufmerksam gemacht werden, die schon nach wenigen Jahren zum Tod führen kann. Einer der prominentesten Vertreter dieser Krankheit, Stephen Hawking, bildet zugleich aber auch eine Ausnahme. Er leidet bereits seit 1963 an ALS.

Wer die Herausforderung annimmt, darf drei Freunde nominieren, die es ihm nachmachen und auch für den guten Zweck spenden können. Dieser Trend aus dem Internet ist momentan auch in Erftstadt auf dem Vormarsch - wenn auch in leicht abgewandelter Form. So haben sich etwa rund 25 Mitglieder der St.-Sebastianus-Bruderschaft aus Gymnich ebenfalls mit Wasser übergossen. Ihre Spende ging aber an ein anderes soziales Projekt: an das Kinderhospiz in Erftstadt. "Wenn wir dazu aufgefordert werden, für das Kinderhospiz zu spenden, kommen wir dem natürlich sehr gerne nach. Die Arbeit, die die Menschen dort leisten, ist unbezahlbar", betonte Nina Rauschenbach von der St.-Sebastianus-Bruderschaft aus Gymnich. Die "Blauen" wurden von der St.-Johannes-Schützenbruderschaft aus Ahrem nominiert.

Bürgermeister Volker Erner hat sich auf dem Lechenicher Marktplatz ebenfalls einen Eimer mit Eiswasser über den Kopf geschüttet. Seine Spende geht allerdings an das "Haus Lebenshilfe", das sich um Menschen mit geistiger Behinderung kümmert. "Ich finde die Aktion bewundernswert und freue mich über den Erfolg", lobte er die weltweite Spendenbereitschaft für soziale Zwecke. Dennoch gibt es auch Kritiker, die von den Spendenaufrufen nichts halten. Viele würden dem eigentlichen Thema, der Krankheit ALS, gar keine Aufmerksamkeit schenken. "Niemand sollte die Aktion als reine Spaßveranstaltung sehen. Es ist unserer Meinung nach aber nicht verkehrt, auf diese Art und Weise auf die Krankheit ALS oder die Arbeit des Kinderhospizes aufmerksam zu machen und Spenden dafür zu sammeln", finden die Mitglieder der St.-Sebastianus-Bruderschaft.

Kritik muss aber auch die amerikanische ALS-Organisation erfahren, an die die meisten Spenden gehen. Der Zusammenschluss "Ärzte gegen Tierversuche" wirft der amerikanischen "ALS Association" vor, dass sie ihre Forschung vor allem an Tieren ausprobieren. Gleichzeitig würde sich der Vorstand mit fürstlichen Gehältern entlohnen. Meiden muss man den Internet-Trend deshalb aber nicht. Schließlich kann jeder Nominierte selbst bestimmen, an wen seine Spende gehen soll.

Für die Mitglieder des Erftstädter Hospizvereins jedenfalls kamen die Spenden überraschend. Sie haben von der Aktion erst erfahren, als mehrfach Geld auf dem Konto einging. "Wir sind den bisherigen Spendern sehr dankbar, weil wir dadurch erfahren, dass Menschen unsere Arbeit wahrnehmen, schätzen und unterstützen", freute sich Benno Hartmann, der Vorsitzende des Vereins. "Dieses Geld kommt dem Umfeld der betreuten Menschen, aber auch der Arbeit in der Trauerbegleitung zu Gute."

Quelle: Werbepost, Artikel: http://www.werbe-post.de/rag-wp/docs/953320

Hier ist das Video unserer mutigen Mitglieder: https://www.facebook.com/video.php?v=772597926119644


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